DSL-Verbindungen und der Unterschied zu Breitband-Kabel - Glasfaser  


DSL-Verbindungen und der Unterschied zu Breitband-Kabel - Glasfaser


DSL - Breitband-Internet - GlasfaserSpricht man von Breitband-Internet, so meinen die meisten Endverbraucher damit "DSL" ohne eigentlich zu wissen, was DSL ist und worin beispielsweise die Unterschiede zu Breitband-Glasfaserkabel liegen.

Der Begriff "DSL" kommt aus dem englischen Sprachraum und steht zunächst für die Abkürzung "Digital Subscriber Line". Digital Subscriber Line steht gleichzeitig für die Bezeichnung von verschiedenen Techniken zur digitalen Übertragung von Daten über die alten Telefon-Kupferleitungen mit hohen Datenraten. Dies kann DSL sein, aber auch ADSL und auch ADSL2+ und ähnliche Bezeichnungen.

Bis 1998 gab es die DSL-Technologie in Deutschland noch gar nicht. Wer also ins Internet wollte, konnte sich über die herkömmliche Telefonleitung entweder analog (max. 56 KBit/s) ins Internet einwählen, oder digital über ISDN (max. 64 KBit/s). ISDN erlaubte allerdings auch zwei Kanäle zu nutzen und diese zu bündeln, also dann mit maximal 128 KBit/s.

Mit DSL sollte das Internet, oder besser gesagt die Internet-Geschwindigkeit revolutioniert werden. Zwölf Mal schneller als ISDN sollte DSL möglich machen, und zwar bis zu einer Geschwindigkeit von bis zu 768 KBit/s; eine Hochgeschwindigkeit wie sie sich kein Endverbraucher jemals hat vorstellen können.

Doch wie auch mit den Kapazitäten der RAM- und ROM-Speicher mit den dazu gehörigen Prozessoren mussten die Endverbraucher sehr schnell feststellen, DSL mit einer Geschwindigkeit von bis zu 768 KBit/s reicht bei weitem nicht aus, um die nachgefragten Daten zu transferieren. In der Folge gab es neue DSL-Standards und erhielten mit erweiterten Kapazitäten auch andere Bezeichnungen wie beispielsweise ADSL oder auch ADSL2+.

Was den DSL-Bezeichnungen gemeinsam bleibt, ist das Übertragungsmedium, nämlich die Kupferleitungen aus den alten Telefonnetzen; ein Fluch und Segen zu gleich. Ein Fluch deshalb, weil die Kupferleitungen physikalische Grenzen hinsichtlich der Übertragungsgeschwindigkeiten setzen, Segen, weil die Kupferleitungen so gut wie an jedem Haushalt angeschlossen sind. Selbst andere Netze kommen nicht umhin, diese Zugänge zu den Haushalten in Anspruch nehmen zu müssen; in der Branche nennt man die Strecke zwischen dem letzten Verteiler und dem jeweiligen Hausanschluss die "letzte Meile".

Da die Telefonleitungen der Deutschen Telekom gehören und die Telekom-Konkurrenz im Bereich Festnetz so gut wie keine andere Möglichkeit hat den Endkunden über diese Leitung zu erreichen, wurde der Telekom aus Wettbewerbsgründen vorgeschrieben, der Konkurrenz diese Anschlüsse gegen Entgelt zu vermieten. Man nennt diese Anschlüsse "Teilnehmeranschlussleitungen". Das monatliche Entgelt das die Telekom dem Konkurrenten in Rechnung stellen darf, wird jährlich von der Bundesnetzagentur (auf Antrag der Telekom) neu festgelegt. In den vergangenen Jahren war es so (Stand 2010), dass die Bundesnetzagentur die monatlichen TAL-Gebühren immer weiter gesenkt hat.

Die Deutsche Telekom konnte sich nach der Jahrtausendwende von den Kartell- und Wettbewerbsregeln etwas lösen und darf seither neben Breitband-Internet über Kupferleitungen (DSL und ADSL2+) nun auch Breitband-Internet über Glasfaser anbieten. Diese Technologie nennt sich wie gesagt VDSL und soll eine Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 100 MBit/s ermöglichen. Begonnen wurde mit dem Bau der VDSL-Netze im Jahr 2005, und zwar in zwölf deutschen Großstädten. Selbstverständlich musste die Telekom diese Netze auch für die Konkurrenz öffnen. Zwischenzeitlich (Stand 2012) findet man in mehr als 50 deutschen Städten VDSL. Angeboten werden zumeist Geschwindigkeiten von 25 MBit/s bzw. 50 MBit/s.

Das Problem mit der Flächen deckenden Breitband-Gesamtversorgung in der Bundesrepublik war damit allerdings nicht gelöst. Vor allen in bestimmten ländlichen Regionen (Küsten-Regionen, Berg-Regionen) wurden aus wirtschaftlichen Gründen keine Erdleitungen für Breitband-Internet gelegt.

Nach der digitalen Umstellung der terrestrischen Übertragung von Radio und Fernsehen wurden die daraus frei gewordenen Frequenzen an die Mobilfunk-Netzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und O2-Germany mit der Vorgabe vergeben, hierüber zunächst die Versorgung der unterversorgten Regionen in Deutschland mit Breitband-Internet abzusichern. Die dafür verwendete Technologie nennt sich "LTE" (Long Term Evolution), ein Mobilfunk-Standard der vierten Generation (genau genommen 3,9 G-Standard). LTE erlaubt eine maximale Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 300 MBit/s. Da LTE dem Grundschema von UMTS ähnlich ist, können auch die UMTS-Netze relativ kostengünstig auf LTE umgerüstet werden.

Zunächst aber haben die Ersteigerer der UHF-Frequenzbänder (Telekom, Vodafone und O2-Germany) die Vorgabe, die weißen Lücken in der deutschen DSL-Landschaft zu schließen. LTE ist zwar ein Mobilfunk-Standard und wird auch mobil übertragen, wird den (bisher unterversorgten) Haushalten derzeit aber als Festnetz-Variante verkauft. E-Plus hat zwar keine UHF-Frequenzbänder ersteigert, dafür aber noch UMTS-Frequenzen, die seinerzeit von den Unternehmen Quam und mobilcom zurückgegeben werden mussten. Auch E-Plus bietet hierüber (teilweise) LTE an.

Sobald die Mobilfunk-Netzbetreiber ihren Auflagen der Bundesnetzagentur nachgekommen sind, dürfen Sie auch Großstadtregionen mit LTE versorgen, dann allerdings schwerpunktmäßig dafür, UMTS Engpässe zu schließen. Zwischenzeitlich finden sich bei den Mobilfunk-Anbietern auch Handy-Flatrates, die mobile Daten-Flatrates auf der Basis von LTE anbieten. Diese tragen dann so exotische Namen wie "Mobile Data" (Telekom), "Go + Surf Flat" (o2), "MobileInternet Flat" (Vodafone) oder "Surf-Flat LTE" (1&1).

LTE ist zunächst aber ein DSL-Ersatz und hat so gar nichts mit Kupferleitungen oder Glasfaserleitungen zu tun. Obwohl LTE Geschwindigkeiten von bis zu 300 MBit/s gewährleisten kann (realistisch sind wohl tatsächliche Geschwindigkeiten um 100 MBit/s), werden derzeit Tarife zwischen 7,2 MBit/s und 21,6 MBit/s angeboten. Wie bei den üblichen Handy-Flatrates bzw. Mobilen Datentarifen auch, drosseln sich die Geschwindigkeiten beim Überschreiten eines gewissen Kontingentes auf ISDN Geschwindigkeit (64 KBit/s) bzw. bei stationären Anschlüssen auf UMTS-Geschwindigkeit (384 KBit/s).

 

Glasfaser Breitband:

Alle in Deutschland aktiven Netzbetreiber, sei es die Telekom, Vodafone Arcor, die Telefonica, Versatel oder auch regionale Netzbetreiber wie NetColonge u.ä. realisieren ihre Haupt-Datenstränge (Backbones) bereits über Glasfaserleitungen, auch wenn viele überwiegend DSL-Verbindungen vermarkten. Bei Glasfaserleitungen werden die Daten nicht (wie bei DSL) über Stromimpulse digital übertragen, sondern per Licht-Impulse und diese Technologie erlaubt wesentlich höhere Daten-Transfermengen als über DSL, weil Licht nicht so störanfällig ist wie beispielsweise Strom.

Allerdings unterscheidet man bei Glasfaser auch verschiedene Technologien wie beispielsweise "FTTC", "FTTB" oder auch "FTTH".

FTTC steht für "Fibre To The Curb" und bedeutet so viel wie: Die Glasfaserleitung endet am Bürgersteig; die Verbindung zum jeweiligen Haushalt (bzw. Haus) wird über Kupferkabel realisiert (hierbei ist eine Kupfer-Verbindung von bis zu 300 Meter gemeint).

FTTB steht für "Fibre To The Basement" und bedeutet so viel wie: EDie Glasfaserleitung endet im Erdgeschoss des Hauses; die Verteilung in den einzelnen Wohnungen wird über Kupferkabel realisiert (hierbei ist eine relativ kurze Kupfer-Verbindung gemeint).

FTTH steht für "Fibre To The Home" und erst hier wird der Endkunde direkt mit Breitband-Internet ausschließlich über Glasfaser versorgt. Diese Verbindungen sind allerdings eher selten, weil die Glasfaser-Installation zum Haus und innerhalb des Hauses (auf alle Häuser in der Bundesrepublik gesehen) einfach zu teuer ist.

In den meisten Fällen von Glasfaserverbindungen handelt es sich daher um Mischformen; sie erlauben aber Geschwindigkeiten von bis zu 100 MBit/s. Um diese Konstellation Rechnung zu tragen, nutzt man in letzter Konsequenz die so genannte HDSL, SDSL und auch VDSL Technologien, wobei dann bei den Kupferleitungen mehrere physikalische Leitungen zusammengeschaltet werden.


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